Goethe Die Leiden des jungen Werther
29.11.2011, von markoBeinahe jeder kennt das Gefühl einer unerwiderten Liebe. Auch Goethe: Als Rechtspraktikant am Reichskammergericht verliebte er sich in die bereits verlobte Charlotte Buff, Tochter eines Ordensamtsmannes. Jahre später hegte er Gefühle für die verheiratete Maximiliane von LaRoche. Die Aussichtslosigkeit dieser Schwärmereien gaben Goethe Anlass zu seinem Roman "Die Leiden des jungen Werther". Protagonist ist Rechtspraktikant Werther, der sich in die liierte Lotte verliebt und in ihr eine Seelenverwandte sieht. Zu Lottes Verlobtem Albert, einem gutherzigen Mann, entwickelt Werther eine Art Freundschaftsverhältnis. Um die Beziehung zwischen Lotte und Albert nicht zu gefährden, zieht Werther in eine andere Stadt. Doch sein Versuch, Lotte zu vergessen, schlägt fehl. Er kehrt zurück, Lotte ist inzwischen mit Albert verheiratet. Der Ausweglosigkeit seiner Liebe zu Lotte bewusst, leiht sich Werther schließlich unter einem Vorwand eine Pistole von Albert und nimmt sich um Mitternacht vor Heiligabend das Leben. Bis auf das Ende des zweiten Teils ist die gesamte Handlung des Romans in Briefen erzählt, die Werther an seinen Freund Wilhelm richtet. Diese Briefe suggerieren Authentizität und lassen den Leser Zeuge intimer Gefühlsgeständnisse werden. Nicht nur die Ausweglosigkeit der Gefühle Werthers weist autobiografische Züge auf, auch der Suizid des Protagonisten ist an eine Erfahrung aus Goethes Leben angelehnt: Sein Studienkollege nahm sich wegen einer unerfüllten Liebe das Leben.
1774 wurde der Roman auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt und sogleich zum Bestseller.
Goethes die Leiden des jungen Werther - nicht nur aufgrund der Identifikationsmöglichkeit ein zeitloser Klassiker, sondern auch ein literarisches Meisterwerk, dass es sich zu lesen lohnt.
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